Wellenbanklyrik

Frohe Ostern

Das Wetter war lange tiefgekühlt,
Wärme hat man noch nicht viel gefühlt.
Doch nun kam nach de Schnee am Ende
trotzdem noch die Wetterwende.

Die Pandemie hat uns zwar noch in den Klauen,
doch allmählich verliert sie von ihrem Grauen.
Das Leben im Freien macht wieder Spaß
und heute kommt der Osterhas'.

Zwar buddelt und kabelt die BBV,
die Ukraine beherrscht die Tagesschau.
Im Kirchgraben Rohre vergraben werden.
Doch hoffen wir, es wird alles gut auf Erden.

Die Landfrauen haben uns entzückt,
und in der Dorfmitte den Brunnen geschmückt.
Und rund um diesen Osterbrunnen,
stehen bunte Blumen und die Insekten summen.

In den Gärten herrscht buntes Blüh'n,
auf den Feldern wächst das erste Grün.
Nach der langen Winterruh'
erwacht nun die Natur im Nu.

Osterglocken und Kirchenläuten
verkünden Auferstehung und Osterfreuden.
Die Kinder nach den Ostereiern suchen,
auf Wiese und im Wald, unter Eichen und Buchen.

Genießt alle die Osterzeit,
egal ob zuhause oder verreist weit.
Erholt euch, wo Ihr seid, wunderbar
und tankt viel Kraft für dieses Jahr.

 

 

Die 1960er Jahre

Zwischen Neidenstein und Eschelbronn ein Supermarkt,
das finden manche Leute schwach und andre finden’s stark.
Im Facebook hat ein Diskussionssturm getobt,
und jemand hat dabei die 60er Jahre gelobt.

Der Supermarkt sei ein Konzept aus dieser Zeit
wo der Sprit günstig war und der Klimawandel weit.
Ich starre auf den Text - im Gedanken verloren -
denn schließlich bin ich 1960 geboren.

In der Ortsmitte gab’s damals tatsächlich mehr Leben
und leer stehende Häuser hat’s fast keine gegeben.
Die Geschäfte waren fast alle noch am Ort,
nur wer zum Arzt wollte, musste ein Stückchen fort.

Ich habe mich beinah‘ nicht erinnern getraut
an die Läden von Beck, Arnold, Köplinger und Staudt.
Am Milchhäusel holte ich abends die Frischmilch in der Kanne,
da gab’s auch Gefrierfächer für die Füllung der Bratpfanne.

Im Ortszentrum gab’s SPAR-Maurer und Kressebäcker (Reinmuth)
Streuselkuchen, Berges und Gebäck waren lecker.
Und sonntags bei Reinmuth’s das war sensationell,
das „Café Langsam“, ja es ging noch nicht so schnell.

Bei „Küfer-Mayer“ gab es Fässer und den Most,
auch Kohlen holen konnte man da - möglichst vor dem Frost.
Bei Werner Halter gab’s Nähgarn, Bekleidung und Schuh‘,
beim Möbelhalter auch die Schränke dazu.

Wollten die Frauen eine Frisur ganz fesch,
gingen sie in die Talstraße zu Frau Rösch (vorm. Gundula Weiß).
Bei den Männern ging das Frisieren schneller
in der Bahnhofstraße beimFriseur Kurt Heller

Stühle gab es auch beim Sternwirt, der hatte anbei
zu seiner Gaststätte auch eine Schreinerei.
In der Sonne, im Adler, im Schiff und in der Pfalz
konnte man speisen und etwas trinken ebenfalls.

Die Pfalz war Metzgerei und gegenüber vom SPAR
gab’s den Laden von Baumeister, der der zweite Metzger war.
Bei Heinz Wick gab es alle Elektrogeräte,
bei Grab’s Haushaltswaren, Gas und sogar Zaundrähte.

Und brauchte ein Pferd einmal neue Schuh,
beschlug es Schmied Artur vor der Schmiede im Nu.
In der Gärtnerei Volk kaufte man Gemüse und Blumen sofort,
und die Poststelle von Försters war mitten im Ort.

In der Bahnhofstraße hatten die Familien je drei Kinder
oder zweimal drei waren es - mehr oder minder.
In der Schule konnten es die Lehrer als kaum fassen,
in der Bahnhofstraße wohnten oft halbe Schulklassen.

Es gab nicht Smartphone, nicht Computer, nichts ging elektrisch,
das war gut für die Kinder, die waren dann nicht so hektisch.
Geschrieben wurde mit dem Füller, gerechnet meist im Kopf,
wenn der Lehrer geschimpft hat, zog einem der Papa am Schopf.

Zwei Programme und schwarzweiß war der Fernseh-Genuss,
von Nachmittag bis Mitternacht, dann war Sendeschluss.
Die Familie hat sich nicht hinter dem Bildschirm verkrochen,
es wurde gemeinsam gespielt, gegessen und gesprochen.

Doch leider hatten die guten alten Zeiten
auch manche negativen und rauen Seiten.
1960 kostete Benzin zwar nur 60 Pfennig
doch das war genau betrachtet gar nicht wenig.

Denn der Stundenlohn war mit 3 Mark recht nieder,
für eine Arbeitsstunde gab es grade 5 Liter.
Heute gibt es mehr Sprit für die Stunde, 9 Liter oder 10,
auch bei anderen Dingen wird’s uns heute besser ergehn.

Im Winter da gab es früher zwar viel mehr Schnee,
doch die Straßen zu räumen war nicht so schee (schön).
Und wenn es uns heute würde bitter reuen,
damals nahm man eifrig Kochsalz zum Streuen.

Vielleicht in den Jahren mehr Leben ware(n),
ein Leben war aber kürzer um etwa 11 Jahre.
Heut‘ kann man viele Gebrechen viel besser behandeln,
weswegen wir oft deutlich länger auf Erden wandeln.

Müllabfuhr gab es noch keine und auch keine Kläranlage,
in den Ofen oder auf den Schuttplatz ging der Müll ohne Frage.
Kartoffelkäfer wurden chemisch betäubt,
wir haben die Felder mit DTT bestäubt.

Wenn der Herbst dem Ende zuging und gefallen war das Laub,
roch es in den Straßen nach verbranntem Kohlenstaub.
Frühmorgens um Fünf ist Mutter aufgestanden,
versorgte den Herd, bis ein Feuer vorhanden.

Die Asche auskehren, rein mit Holz und Brikett.
Nach einer halben Stunde war die Wärme schon ganz nett.
Es wurde meistens nur am Samstag gebadet,
unter der Zeit nur gewaschen, das hat auch nicht geschadet.

Und kleine Kinder gingen richtig auf Mamas Knochen,
es gab keine Pampers, sie musste Stoffwindeln auskochen.
Und viele Kindersachen waren - verglichen mit heuer -
nicht einfach zu kriegen und richtig teuer.

Ich denke zwar gerne an die 60er Jahre,
doch verglichen mit heute waren sie auch nicht das Wahre.
Das Gestern ist vergangen, das Morgen ist noch nicht,
ich genieße das Heute und beende das Gedicht.


 

Die Mini-Kur


Wellenbank auf dem Hohbiggl

Der Doktor spricht, ich hab' ne Bitte,
lauf jeden Tag 10.000 Schritte
durch Dorf, Felder, Wiesen und Wald,
dann wirst du 100 Jahre alt.

So laufe ich denn - ziemlich wacker -
raus aus dem Dorf hier rauf zum Acker.
Mein Smartphone tut die Schritte zählen,
da brauch' ich nicht mich selbst zu quälen.

3.000 Schritte sind's bis hierher,
nach Hause zurück werden's 3.000 mehr.
Und laufe ich noch zum Netto, dann
ist das Lauf-Tagewerk sicher getan.

So lauf' ich davon Rheuma und Gicht
und halte auch noch mein Gewicht
und vom Kraichgau-Panorama entzückt,
ist meine Seele richtig erquickt.

Dann ins Gästebuch noch ein Gedicht,
denn Gehirnjogging vergesse man nicht.
Die Wellenbank in der freien Natur,
das ist die schönste Mini-Kur

 

Facebook-Sitzung

Wo früher „BILD“ gut war für die Verdauung,
sorgt heute „Facebook“ für des Geistes Erbauung.
Man sitzt zwar immer noch ganz allein,
aber nicht mehr einsam - Kommunikation muss sein.

 

So wählt mein Smartphone sich denn ein
in die Gruppe „Burgdorf Neidenstein“.
Denn morgen tagt ja der Gemeinderat,
da muss ich mal schauen, was sich hier so tat.

 

Aus Heidelberg postet ein Diskutant
- woher er wohl das Burgdorf gekannt -
dass die schöne Burgdorf-Idylle
erhalten werde, das sei sein Wille.

 

„Müsste denn ein Wäldchen aus deutschen Eichen
am Ende vor einem Supermarkt weichen?
Und die Dorfbewohner, die Schlawiner,
führ‘n dann dahin mit dem Benziner?“

 

Ich denke, darum braucht man sich nicht zu kabbeln (streiten),
es waren nicht Eichen, es waren Pappeln.
Und lamentieren hätte eh keinen Zweck,
denn die Pappeln sind schon seit zwei Jahren weg.

 

Außerdem meine ich, sein Schreibstil ist hektisch
der fährt zum Einkaufen sicher elektrisch.
Drum schicke ich ihm einen schönen Gruß
„Mach‘s so wie ich, geh‘ auch mal zu Fuß."

 

Zurück sollen wir in die 60er Jahre
als die Kirchen mitten im Dorf noch ware(n).
Und die kleinen Geschäfte in der Dorfmitte
die hätte er doch auch zurück gerne bitte.

 

Zum Beispiel wär‘ es für eine Wonne,
gäbe es Geschäfte im Hof der „Sonne“ (ehemalige Gaststätte).
Und die Ortskerne seien doch ziemlich öde.
Sie zu sanieren wäre sicher nicht blöde.

 

Ich lese und denke mit großen Qualen
an die Haushaltssatzung und an rote Zahlen.
Und ich finde den Post ein wenig gemein,
denn er wohnt in Heidelberg und kauft hier nicht ein.

 

Auch andre sind bei seinem Text etwas platt
und geben ihm deutlich Widerbatt (Widerrede).
Seine Ideen seien ja sensationell,
doch finanzieren ließe sich das nicht so schnell.

 

Jemand stimmt ihm zu und es gibt einen Ruck:
„Edeka machte da ganz gehörig Druck.“
„Ich werde denen morgen was erzählen,
denn wir sind die Bürger, die sie wählen.“

 

„Für Edeka stirbt hier kein Baum und kein Lurch,
das halten wir auf, dass lassen wir nicht durch.“
Ein anderer fragt schon nach Unterschriftenlisten,
da die Bürger doch dagegen halten müssten.

 

Ich denke “Oh Leute, seid doch nicht so hitzig!“
Die Sitzung morgen Abend wird wohl nicht so witzig.
Die Unterschriftenliste mich etwas quält:
Wofür und von wem ist der Gemeinderat  gewählt?

 

Und im Vorfeld hat von denen niemand mit uns gesprochen,
was haben wir Gemeinderäte denn eigentlich verbrochen?
In Facebook man in 5 Minuten erzählt,
doch Leute, wir sind auf 5 Jahre gewählt!

 

Edeka macht Druck, ich merk‘ nichts, welch ein Wahn!
Oder kommt der Druck vielleicht von Sankt Florian?
Ich mache das Smartphone aus und stehe auf von meinem Fleck,
der Druck kam nicht von Edeka und der Druck ist jetzt weg.

 

 

Ungetier


Bilderrahmen am Alisaweg

Ach es macht mir richtig Qualen,
wie manchmal hausen die Vandalen.
Zu beklagen, man wird's ahnen,
ist der schöne Bilderrahmen.

Einst Panorama - unerhört -
liegt er jetzt da und ist zerstört.
Nur der Sockel da und Brocken,
das haut mich beinah' aus den Socken.

Es ist wirklich nicht fassen,
wie manche Idioten lassen
heraus die Zerstörungswut
und ihren Zorn, das ist nicht gut.

Wie im Dorf, so in der Welt,
was mancher in der Wut anstellt,
ist entsetzlich und ist schaurig
und lässt uns hilflos und traurig.

Oh Menschen, vermeidet Wut, Zorn und Gier,
sonst werdet ihr zum Ungetier,
das Gottes Schöpfung sinnlos vernichtet
und sich damit selber richtet.

 

 

Gechillt

So hoch wie der Bäume Wipfel
stehen wir jetzt auf dem Gipfel
und der Wind weht herrlich kühl,
wir sind auf dem Hohenbühl.

Mussten wir beim Aufstieg schwitzen,
können wir jetzt gemütlich sitzen,
denn wir haben - Gott sei Dank -
zum Ausruhen eine Wellenbank.

Lasse schweifen deinen Blick
und genieß' den Augenblick.
Bist du dann "gechillt" und munter,
geht's den Buckel wieder runter.  

 

Alisaweg


Wellenbank und Schautafel

Ein schöner Weg und ein Genuss,
das findet sogar Marius.

Hochgewandert ohne Hast
und jetzt mal eine kleine Rast.

Und es gibt, Alisa sei Dank,
diese wunderbare Wellenbank.

Im Feld seh'n wir Rehe, klein wie Zwerge
und in der Ferne die Pfälzer Berge.

Und den Katzenbuckel im Odenwald
und sogar Hasen entdecken wir bald.

Hoch über'm Dorf und den Alltagssorgen
genießen wir den schönen Morgen,
genießen des Momentes Glück
und kommen gern hierher zurück.

 

 

Frühlingserwachen

Eine Woche Frühlingssonne
und schon ist leer die Wassertonne.

Eine steife Brise weht aus Ost
und in der Nacht gab es noch Frost.

Die Frühlingszeit wir voll Sehnsucht erwarten,
dann grünt es auch wieder richtig im Garten.

Über den Odenwälder Höhen
sich die Windräder fleißig drehen.

Die Felder liegen noch braun und grau
und starren auf des Himmels Blau.

An manchen Stellen ist schon zartes Grün,
die Schneeglöckchen und die Krokuse blühn.

Und wenn der Osterhase lacht,
ist der Frühling endlich erwacht.

 

 

Ein sicherer Ort

Vorbei ist jetzt der Wintersturm,
unterwegs schon mancher Regenwurm.
Die Sonne hat schon richtig Kraft,
das Grün sich aus dem Boden schafft.

Über den Feldern liegt erdiger Duft,
der Frühling liegt schon in der Luft.
Im Garten blühn die Winterlinge,
Schneeglöckchen und Krokusse sind guter Dinge.

Nun beginnt die Fast(e)nacht.
Hat Omikron auch noch viel Macht,
werden wir auch dem Virus trotzen
und das Viertele mit Abstand schlotzen.

Wir werden der Pandemie widerstehn
und nicht in Herden spazieren gehn.
Wir harren dem Frühling ganz vergnügt,
weil die Kraft oft in der Ruhe liegt.

Hat die Welt auch voll die Windeln,
weil Wladimir Putin anfängt zu zündeln,
so bleiben wir doch unverzagt
und hoffen das er sich nicht hierher wagt.

Wir freu'n uns des Frühlings und bleiben heiter,
trotz mancher Sorgen, das Leben geht weiter.
Wir bleiben hier und fahren nicht fort
und unser Burgdorf ist ein sicherer Ort.

 

 

Parallelwelt


Mobiles Impfteam in der v.V. Halle

Corona hat - ganz im Vertrauen -
uns immer noch fest in den Klauen.
Damit das Virus sich nicht aufplustert,
wurde neulich in der Halle geboostert.

Fast jeder Mensch im Ärztekittel
sagt "Impfen ist das beste Mittel",
um das Virus zu bezähmen
und das Leben nicht mehr zu lähmen.

Ich schaue mal in Facebook rein
und denke, das kann doch nicht sein,
dass da jemand widerspricht,
und schreibt "Impfen, nein, lasse dich nicht!".

Die meinen tatsächlich, dass wir irren,
es gibt angeblich keine Viren,
die seien doch nur Phantasie
unsrer geldgeilen Pharma-Industrie.

Die Masken seien für die Kinder
gefährlich, meinen sie nicht minder.
Wenn man sie nicht trägt, einmal ehrlich,
dann sind die Masken sehr gefährlich.

Ich frage mich, wieso sind die so schlau,
viel schlauer als wir und sie wissen genau,
dass wir alle seien Blinde und Ahnungslose
und würden uns machen vor Angst in die Hose.

Argumente haben bei denen kein Gewicht,
sie zweifeln an sich selber nicht.
Ganz fest an ihre Lehren sie glauben,
egal was man sagt, ihre Ohren ertauben.

Doch nun ist wissenschaftlich festgestellt,
die leben in einer anderen, in der Parallelwelt.
Da gibt es vielleicht tatsächlich keine Viren,
vielleicht Dünste dort in den Lüften schwirren.

Sie sagen, es sei nur die Angst, die mache uns krank,
bei uns macht sie nur vorsichtig, gottseidank.
Wenn meiner Drohne der Flug nicht wollt' gelingen,
müsste ich sie dort nicht zum Elektromarkt bringen.

Das funktioniert dort anders ganz allgemein,
es kann ja die Flugangst der Drohne nur sein.
Und ist die Drohne schlecht geflogen,
bringt man sie dort zum Psychologen.

Dort braucht man keinen Arzt, das finde ich geiler,
dort gibt es Zauberfeen und auch Wunderheiler.
Nicht Medikamente, Apparate nein, man wird es ahnen,
die Heilung bringen dort eher die Schamanen.

Sie wettern gegen Regierung und Obrigkeit,
auch gegen die Demokratie, die ganze Zeit.
Und haben studiert - sieh mal einer an -
an der Universität von Humbugistan.

Lese ich die Facebook-Posts, dann muss ich leiden,
wir leben doch nicht mehr in vorchristlichen Zeiten.
Doch moderne Technik, ich staune, macht sie an
auf Facebook, auf Twitter und auf Telegram.

Manchmal die Entscheidung der Regierung uns quält,
doch haben wir diese demokratisch gewählt.
Und wir dürfen auch kritisieren und uns beklagen,
ohne dass uns die Mächtigen in Gefängnisse tragen.

Und jede*r von uns ist gleich stark und kann mitentscheiden,
wer gewählt ist und uns dann darf eine Zeit lang leiten.
Haltet hoch Wissenschaft, Demokratie und Vernunft,
dann wird es uns wohl gehen, auch in der Zukunft.

Lasst die Anderen in ihrer Welt, geht nicht zu nah ran,
nicht auf Facebook oder Twitter oder Telegram.
Perfekt ist unsere Welt wohl sicher auch nicht,
doch verglichen mit der Parallelwelt ist unsre recht licht.

 

 

Hahnenschrei


Wintersonne

Stürmisch ist heute der Januar,
trübe die Aussicht und nicht so klar.
Doch haut es mich fast von den Socken,
die Wellenbank ist völlig trocken.

Drum mach ich erstmal eine kleine Rast
und gehe dann weiter ohne Hast.

Zwar ist die Erde noch ganz kahl
und auch das Licht noch etwas fahl,
doch kommt - jeden Tag ein Hahnenschrei -
der Frühling näher und bald wieder vorbei.

 

 

Jahresrückblick 2021

Neues Jahr bringt neues Glück,
schau'n wir mal kurz auf das Alte zurück.

Im Januar stürmten sie - jawohl
in Washington das Kapitol.
Und für manche hier fing dann
das Jahr auch mit Corona an.

Im Februar war es nicht heiß
in Deutschland, es war glatt und weiß.
Die ersten Impfstoffe kamen bei uns an
und in den Impfzentren begann der "Run".

Im März versperrte die "Ever Given"
den Suezkanal ganz vielen Schiffen.
Wochenlang mussten viele warten
auf Chinas Produkte für Haus und Garten.

In den Landtag hier durften einzieh'n
zum zweiten Mal Schwarz und Grün.
Doch die CDU kam um manche Ehre
wegen ein oder anderer Masken-Affäre.

Im April hatten wir wieder viel Spaß
denn es kam trotz Lockdown der Osterhas'
Moderna, Biontech und Astra-Zeneca,
allmählich war auch mehr Impfstoff da.

In Sachsen gab's eine "Impfdrängler-Affäre"
und anderswo dachten Aluhüte in die Quere.
Studierende studierten allein und zuhaus'
und beim Mediamarkt gingen die Webcams aus.

Im Mai wollte Astra-Zeneca keiner mehr haben,
nur noch ab 60, für alte Mädchen und Knaben.
Der böse Lukaschenko aus Belarus
holte einen Flieger herunter ohne Abschuss.

Das Wetter ist schön, man ist wieder draußen
die Inzidenzen allmählich abwärts sausen.
Damit uns das Virus kriegt nicht so schnell,
trafen wir uns immer noch virtuell.

Im Juni sind die Inzidenzen weiter gefalle'
und es gab endlich Impftermine für alle.
Bei der EM lief es für Deutschland nicht ganz so rund
man war sehr schnell draußen, nicht mal das Stadion war bunt.

Im Juli ist niedrig die Inzidenz
man trifft sich wieder in die Präsenz.
Wir konnten es alle kaum erwarten
25 Leute im Schwetzinger Schlossgarten.

Genießen das Zusammensein bei Kaffee und Kuchen,
sogar eine Gartenführung konnten wir buchen.
An Ahr und Mosel wurde es leider viel nasser
ein großes Unglück war dort das Hochwasser.

Im August kamen blitzschnell an
die Taliban in Afghanistan.
Und unsere hochgerüsteten Armeen
flohen, die Helfer hatten das Nachsehen.

Im Urlaub fuhren manche an die Ahr,
beim Aufräumen helfen - wunderbar.
Doch übermächtig war des Wassers Gewalt,
bis alles wieder läuft - das geht nicht so bald.

Im September hatten wir einmal wieder die Qual
zu bestimmen, wer regiert - bei der Bundestagswahl.
Armin war lasch und Annalena hats verbockt
Der Scholzomat Olaf hat die SPD gerockt.

Am ersten Oktober war eine Feier
die Verpflegung war gut und garnet deier (teuer).
Oh je, und das Leipziger Westin Hotel
vergisst den Gil Ofarim nicht so schnell.

Und im Osten bei den Sachsen
sah man die Inzidenz wieder wachsen.
die 2G-Regeln empören die Aluhüte,
gegen das Virus protestieren - meine Güte.

Im November Politiker in die Kamera winken,
grün, gelb und rot soll die Ampel blinken.
Das Virus kommt wieder hoch, sehr schnell.
Sich treffen noch hybrid, bald nur noch virtuell.

Dezember ist nun, mal trübe und mal heiter,
die Kanzlerin heißt Olaf, Angela macht nicht weiter.
Der Weihnachtsmann bringt alles, bloß kein Weihnachtsgeld,
doch die Boosterimpfung haben wir schon bestellt.

Ach kaum hat es angefangen,
ist auch dieses Jahr vergangen.
Corona will uns zwar noch etwas drücken,
doch dank AHA und Impfung solls uns glücken
gesund ins neue Jahr zu gehen
und dem Virus zu widerstehen.

Bleibt Sylvester auch dieses Jahr stumm,
nehmen wir das nicht gar so krumm.
Verschont sind dafür auf jeden Fall
Hund und Katz' vor dem Feuerwerksgeknall.
Und dem Rotem Kreuz und der Feuerwehr
fällt der Jahreswechsel diesmal auch nicht schwer.

Kommt alle gesund in das Neue Jahr,
es wird besser als das alte, es wird wunderbar.
Das Jahr ist vorbei, das Scheiden tut etwas weh,
doch lasst euch nicht betrüben - das neue Jahr wird schee (schön).

 

 

Erntedank


Wolkenpanorama Hobiggl

Noch einmal scheint - oh welche Wonne -
für uns die Oktobersonne.
Die allerletzte Klatschmohnblüte
hält ihre Blätter, um sie zu behüte(n).

Der Herbstwind weht kräftig und fröstelkalt
und dreht die Windräder im Odenwald.
Der Bauer kann sich bald länger ausruh'n,
nur der Mais noch, sonst ist nichts mehr zu tun.

Und hell leuchtet jeder Sonnenstrahl
auf die wabbernden Nebel im Neckartal.
Von Reif und Tau glänzt jedes Blatt,
nun trinkt sich die Sonne daran satt.

Der Horizont ist begrenzt von Wolkenbändern,
die sagen, das Wetter wird sich sehr bald ändern.
Die Wellenbank ist heute tautropfennass,
ich wische sie ab und das Ausruh'n macht Spass.

Ich genieße noch ein wenig die kurze Rast,
bevor mich wieder einfängt die Alltagshast.
Ich schaue auf das Dörflein hinunter,
noch 5 Minuten, dann geht's weiter ganz munter.

 

 

Black Friday


Baum am Alisaweg

Die Felder sind jetzt umgepflügt,
braun und bloß die Scholle liegt.
Die Bäume sind auch schon ganz kahl,
die Äste starren ins Herbstlicht fahl.

Kein Apfel hängt jetzt mehr am Baum,
der Mais ist auch weg, man glaubt es kaum.
Scheunen, Keller und Fässer sind voll,
der Wein ist gelesen, dieser Jahrgang wird toll.

Das Wetter ist kalt und heute nicht so "schee" (schön)
im Schwarzwald liegt schon der erste Schnee.
Vorbei geht die Zeit, am Sonntag ist Advent,
dann in der Winterkälte manches Lichtlein brennt.

Black Friday ist heute und Konsumterror,
der Nikolaus schaut unter der Mütze hervor.
Fast scheint es, als würde zum Fest der Liebe
er droh'n uns "Kauft ein, denn sonst gibt es Hiebe!"

Und anstelle der Weihnachtsglocken Geläute,
zählt mehr das Kassenklingeln heute.
Manchmal denke ich, die Welt, sie ist krank
und sollte zur Genesung auf die Wellenbank.
 

 

Der Sommer ist tot - Ode an Viren-a


Äpfel nahe der Wellenbank

Der Wind weht heute streng aus Ost,
im Dorf des Herbstes erster Frost.
Von der Autoscheibe, so ein Sch...
kratzte ich heute das erste Eis.

Zwei Klatschmohn blühen noch leuchtend rot
und weiße Margariten - der Sommer ist tot.
Das Laub hat gewechselt von grün auf Gold
und auch der Mais, den noch keiner geholt.

Ein paar rote Äpfel klammern sich noch an den Baum,
doch die meisten liegen unten, man sieht sie nur kaum.
Die Kerwe ist fast vorbei und heuer
geht Kerweschlumpel Viren-a ins Feuer. (ging sie dann aber doch nicht)

Und bringt noch ein wenig Licht vor dem Winter,
bald kommen die Laternenkinder.
Ich friere ein wenig und weiß nicht recht, warum.
Das Jahr hat kaum begonnen und ist schon wieder um.

 

 

Der Herbst ist da

Das Panorama ist grau in grau,
versteckt hat sich das Himmelblau.
Die Wellenbank ist nebelfeucht,
soweit mich mein Gefühl nicht täuscht.

Das Grün verliert an Selbstvertrau'n
und wechselt langsam nach Gelb und Braun.
Und auch das Laub ist etwas fahl,
die Bäume werden wohl bald kahl.

Die Feldblumen sind am Verblühen
die Äpfel in den Bäumen glühen
und manche fallen schon herab.
Der Herbst ist da! Wer holt ihn ab?

 

 

Spätsommertraum


Morgennebel über Neidenstein

In der Septembermorgensonne
sitz' ich auf der Bank in Sommerwonne.
Der Sommer ist schon ziemlich alt,
Stoppelfelder, Herbst wird bald.

Der Morgennebel will in den Tälern bleiben,
bis die Sonnenstrahlen ihn verteiben.
Die Äpfel biegen die Zweige der Bäume,
ich träume die letzten Sommerträume.

Ach könnte ich doch anhalten die Zeit,
den Sommer hier bannen, den Winter weit.
Ich genieße hier diesen schönen Moment,
doch bald muss ich weiter, die Zeit, sie rennt.

So hasten wir alle der Zeit hinterher
und finden vor Hektik die Ruhe nicht mehr.
Drum komme hierher, du bist erschöpft aber heiter,
dann mache hier Rast und geh dann erst weiter.

 

 

Schottenwitz

Die Schottin sprach - in Sommerhitzen - 
sie hielte nichts von Schottenwitzen.
Ihr Mann sei zwar ein Witz gewesen,
doch wolle sie nichts drüber lesen.

Und auf die Frage, was dran bös sei,
wo sie vom Gatten längst gelöst sei,
sagt sie, um es kurz zu machen,
Männer sind halt nicht zum Lachen.

 

Die Seele der Dinge

Wovon träumen Schiffe, wenn sie schlafen?
Von peitschenden Stürmen oder vom sicheren Hafen?
Oder dass nicht der Klabautermann
und auch nicht Moby Dick sie holen kann.

Wovor fürchten sich die Drohnen beim Fliegen?
Vielleicht davor, dass sie Flugangst kriegen
oder davor, dass plötzlich ist der Akku leer.
Burnout - sie fallen runter und es geht nichts mehr.

Was wünscht sich die Bauknecht-Waschmaschine?
Vielleicht wär' sie gerne adelig, eine "von Miele"
und würde mit Trockner und Bügeleisen
gerne einmal die ganze Welt bereisen.

Was wäre wohl das geilste für den Besen?
Ach würde ihm jemand Harry Potter vorlesen
und er flöge schneller - das ist kein Witz
als Harry Potters Besen Feuerblitz.

Was machen unsre Autos, während wir pennen?
Vielleicht fahren sie ganz wilde Autorennen
und das meine wäre wohl erst zufrieden,
wäre es der schnellste der Boliden.

Was schaute sich an gerne mein TV?
Den Weltspiegel und die Tagesschau?
Oder wär ihm lieber ein knallharter Krimi
m
it Götz George alias Schimmi?

Es meldete die Steuerung dem Industrieroboter
"Mensch, du bist so langsam heut', mach mal etwas flotter".
Dabei ist der Roboter einfach völlig hin
und verliebt in eine schöne Roboterin.

Jahreswechsel

Winter ist heute, ich sage es dir,
eiskalter Wind und ich ziemlich frier‘.
Doch die Wintermittagssonne
wärmt schon etwas, welche Wonne.

Will uns Corona auch noch plagen,
kann ich es ganz ruhig wagen,
auf der Ruhebank in Einsamkeit
den Blick wandern zu lassen weit.

In den Pfützen blankes Eis,
die Wiesen sind von Raureif weiß.
Weiß ist auch die Wellenbank,
die Lehne aber nicht, sei Dank.

Bleibt alle gesund im neuen Jahr,
es wird besser als das alte, es wird wunderbar.
Wer hierher bis zur Wellenbank es schafft,
hat für das ganze Jahr ausreichend Kraft.

 

 

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